ZUSAMMENFASSUNG DER INFORMATIONEN ÜBER ABER IN  WÖRTERBÜCHERN

 

Konjunktion

Modalpartikel

(1) Kluge/Seebold, E.: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin usw.: Walter de Gruyter, 1995.

aber Adv/Konj. (<8. Jh.). Mhd. Aber, afer, abe, ahd. abur, abar, abo [...] für die Bedeutung ist zunächst von ‚wieder, zurück, danach‘ auszugehen. [...]

Auch die Bedeutung ‚wieder‘ von:

·       Hundert und aber hundert.

·       Abermals.

Und ähnlichen Ausdrucken. [...]

 

(2) Köster. R.: Ullstein Lexikon der deutschen Sprache. Berlin usw.: Ullstein, 1969.

aber: 1) Adv. Veralt. [...] 2) Konj.: a) (gegensätzl.) [je]- noch, indessen:

·       Er wollte 100 Mark von mir haben, aber ich gab sie ihm nicht.

·       Er fürchtete sie, ich aber möchte sie gern

b) (einschränkend, einwendend, berichtigend) freilich, allerdings:

·       Arm, aber reinlich gekleidet.

·       Sie ist noch jung, aber schon sehr tüchtig.

c) (verstärkend, steigernd) wirklich:

·       Das ist aber schon!

·       Aber, sicher!

d) (wiedersprechend, warnend):

·       Aber, aber!

·       Aber, Peter!

·       Nun ist es aber genug!

Daß du mir aber pünktlich bist! [...]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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(3) Wahrig, G.: Deutsches Wörterbuch. München: Bertelsmann Lexikon, 1986/1993.

Aber 1 <Konj.> (zwei Sätze od. Satzteile als gegensätzlich bezeichnend, wobei meist ein Zugeständnis eingeschränkt wird.

·      Er wird kommen,  aber er kann nicht lange bleiben.

·      Klein, aber fein.

·      Oder aber. (schließt Alternative ein)

·      Er ist nicht klug, wohl aber fleißig. (beteuert das Zugeständnis)

·       aber dennoch,

aber doch trotz allem.

2 (verstärkend)

·      Das ist aber schrecklich!

·      Das war aber schön!

·      Aber ja! Natürlich! Selbstverständlich!

·      Aber nein! Keineswegs!

·      Aber, aber!  (drückt Tadel, Erstaunen aus).

(4) Kempcke, G.: Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. [I Band], Berlin: Akademie, 1984.

aber /Konj.; nebenordnend; verbindet zwei satzwertige Glieder; adversativ; gibt einen Gegensatz an, der sich auf die Bedeutung der Glieder selbst od. auf die Bewertung der Folgerungen aus dem im ersten Glied Gesagten beziehen kann/  1. /bei gegensätzlicher Bedeutung der parallel strukturierten Glieder/  1.1. /ist austauschbar durch und (I. 1.3.)

·      Er ist groß, aber sie ist klein.

·      Er arbeitet, aber sie ruht sich aus

1.2. /ist dem Satzglied, auf das es sich bezieht, nachgestellt/: ð [f]

·      Er ist groß, sie aber klein;

·      Heute kommt er, morgen aber sie.

2. /bei gegensätzlicher Bewertung des Benannten/ 2.1. /im Sinne von Vorteil/Nachteil; häufig im Sinne des Ausgleichs.

·      Sie ist nicht hübsch, aber klug;

·      Das Gerät ist teuer, aber haltbar.

2.2. /insofern, als das im zweiten Glied Benannte im Gegensatz zu dem steht, das normalerweise erwartet wird.

·      Er ist todmüde, aber er kann nicht schlafen.

·      Er ist Basketballspieler, aber gar nicht groß.

3. /zur Einschränkung der Schlußfolgerung aus einem der Glieder/

3.1. /die Schlußfolgerung aus dem ersten Glied wird eingeschränkt/:

·      Ich will Sie nicht kranken, aber Ihr Vortrag war zu lang;

·      Ich kann mich irren, aber Hans war eben noch hier.

4. /leitet im Dialog eine Gegenbehauptung ein/:

·      „Ich war gestern zu Hause.“ „Aber das kann ja gar nicht sein, aber nein!“

aber /Partikel/ 1. /eingeschoben; drückt einen Gegensatz aus zwischen dem vorliegenden und dem vom Sprecher erwarteten Grad einer Eigenschaft/:

·      Das dauert aber lange (das dauert länger, als ich erwartet habe)

·      Du bist aber groß geworden!

·      Das schmeckt aber süß!

2. /vorangestellt; eröffnet zu einer gegebenen Situationsbewertung durch andere einen Gegensatz aus der Sicht des Sprechers/:

·      Aber, aber, wer wird denn gleich weinen!

·      Aber Kinder, was soll das!

·      Aber jetzt Tempo!  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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(5) Kempcke, G.: Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin usw.: Walter de Gruyter, 2000.

aber <Konj; koordinierend; verbindet zwei Hauptsätze, zwei Nebensätze, zwei Satzglieder od. Teile von Satzgliedern> /adversativ/ 1. <die Glieder sind meist parallel angeordnet> 1.1. /gibt einen Gegensatz an, der durch die Glieder ausgedrückt ist/; SYN ²doch:

·      Er ist groß, aber sein Bruder ist klein;

·      Das Haus ist nicht schön, aber groß (vgl. Sondern);

·      Sie wäscht ab, aber er schläft;

<kann auch dem Satzglied, auf das es sich bezieht, nachgestellt sein> SYN jedoch: ð [f]      

·      Er ist groß, sein Bruder aber ist klein;

·      Sie kam heute, er aber schon gestern.

1.2. <oft in Korrelation mit zwar> /gibt einen Gegensatz dadurch an, dass der, das Benannte unterschiedlich bewertet wird; der Wert des einen kann durch den Wert des anderen relativiert werden/; SYN (je)doch:

·      Fritz ist (zwar) klug, aber faul;

·      Sie ist (zwar) sehr  gründlich, aber zu langsam;

·      das Gerät ist (zwar) teuer, aber (dafür) sehr stabil

 1.3. <oft in Korrelation mit zwar> /gibt einen Gegensatz dadurch an, dass eine aus dem Inhalt des 1. Teilsatzes abzuleitende Folge negiert wird/; SYN ²allein, ²doch, jedoch:

·      Er war (zwar) hundemüde, aber er konnte nicht einschlafen;

·      Er war (zwar) völlig erschöpft, aber er schleppte sich bis nach Hause

2. /der Gegensatz schränkt eine Schlussfolgerung ein/:

·      Er ist sehr misstrauisch, aber man kann es ihm nicht übelnehmen;

·      er ist leichtsinnig, aber (SYN ¹allerdings) er ist ja noch sehr jung;

·      ich will Sie (ja) nicht beleidigen, aber Ihr Buch ist schlecht

MERKE Zum Verhältnis von ¹aber (1.3.) und zwar: ­zwar (Merke).

aber <Modalpartikel; unbetont; steht meist nicht am Satzanfang; bezieht sich auf den ganzen Satz; steht in Ausrufesätzen> 1. <der Ausrufesatz ist ein Aussagesatz> drückt das Erstaunen, die Überraschung des Sprechers darüber aus, dass das Maß eines Sachverhalts über od. unter der Erwartung liegt/; SYN ²vielleicht (1):

·      Das dauert aber lange!;

·      Du bist aber groß geworden!;

·      Das schmeckt aber gut!;

·      Das ist aber toll!;

·      Das war aber auch ein Film!;

·      Das war aber eine Reise!

2. <der Ausrufesatz ist ein Aufforderungssatz> /drückt mahnend die Ungeduld des Sprechers darüber aus, dass etw. immer noch nicht geschehen ist, obwohl er es erwartet hatte/ 2.1. <steht in Aufforderungssätzen mit nun als Einleitung>

·      nun schlaft aber endlich!;

·      nun rafft euch aber endlich mal auf!

2.2. <steht einleitend in elliptischen Aufforderungssätzen>

·      Aber schnell ins Bett!;

·      Aber schnell nach Hause!

3. <betont, wenn es allein steht; steht einleitend in einem Ausrufesatz> /drückt in einem Dialog den Ärger des Sprechers über einen vorausgegangenen gegensätzlichen Sachverhalt aus/:

·      aber, aber, so was tut man doch nicht!;

·      aber was soll denn das!

·      aber nein!

MERKE Zum Unterschied von ²aber (1) und dem bedeutungsähnlichen ²ja (2): ²aber (1) drückt das Erstaunen über den hohen Grad eines Sachverhalts aus, ²ja (2) lediglich darüber, dass der Sachverhalt besteht:

·      Das dauert aber lange (‘es dauert sehr lange’)!;

·      Das dauert ja lange (‘es dauert lange’)!

  

(6) Götz, D. et al.: Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin: Langenscheidt. 1995.

aber Konjunktion: 1 verwendet, um e-n Nebensatz einzuleiten der e-n Gegensatz zum Vorausgegangenen ausdrückt » jedoch.

·      Jetzt habe ich keine Zeit, aber Morgen.

2 verwendet, um e-e Behauptung einzuschränken » allerdings.

·      Teuer, aber Gut.;

·      Er ist alt, aber noch sehr rüstig.

·      Er ist zwar nicht reich, dafür aber gesund.

3 verwendet, um e-n Einwand vorzubringen od. Um j-m zu widersprechen:

·      Aber nein!

·      Aber warum denn?

·      Aber das kann doch nicht wahr sein!

NB: Bei aber steht das Verb (im Gegensatz zu weil, daß, obwohl o. ä.) nicht am Ende des Satzes.

aber Partikel; unbetont; 1 verwendet, um auszudrücken, daß etw., das man feststellt, ungewöhnlich ist od. nicht so zu erwarten war » vielleicht;

·      Das hast du aber fein gemacht! (mst. Gegenüber Kindern verwendet)

·      Ist das aber kalt!

·       Hast du aber viele Kleider!

 

 

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2 verwendet in Aufforderungen, um auszudrücken, daß man ungeduldig wird.

·      Jetzt sei aber endlich still!

·       Nun hör aber mal auf!

3 verwendet, um Ärger auszudrücken

·      Aber Kinder, was soll denn das!

·      Wie kann man aber auch nur so dumm sein?

4 verwendet, um die Antwort auf e-e Entscheidungsfrage zu verstärken:

·      „Kommst du mit?“

     Aber ja! Aber gern! Aber

       sicher.½Aber natürlich!“

(7) DUDEN: Deutsches Universalwörterbuch. Mannheim, usw.: Dudenverlag, 1989.

Aber [mhd., ahd. Aber, aver, eigt. = weiter weg; später; noch einmal wieder]: I. <Konj.> 1. a) drückt einen Gegenstaz aus; [je]doch, dagegen:

·      Heute nicht, aber morgen.

·      Er schlief, sie aber wachte. ð [f]

b) drückt aus, daß etw. der Erwartung nicht entspricht; indessen, [je]doch:

·      Es wurde dunkel, aber wir machten kein Licht.

2. a) drückt eine Einschränkung, einen Vorbehalt, eine Berichtigung, Ergänzung aus; [je]doch, allerdings

·      Arm, aber nicht unglücklich.

·      er trank gern, aber nicht unmäßig.

 

 

 

b) drückt die Anknüpfung, die Weiterführung aus; jedoch:

·      Als es aber dunkel wurde, machten sie Rast.

3. Drückt einen Einwand, eine Entgegnung aus:

·      einer von uns muß es aber gewesen sein.

·      aber warum denn?  

II. <Partikel> 1. <unbetont> a) drückt eine Verstärkung aus:

·      Aber ja.

·      Aber gern.

·      Alles, aber auch alles würde er tun.

·      Verschwinde, aber dalli!

 b) nur emphatisch zur Kennzeichnung der gefühlsmäßigen Anteilnahme des Sprechers und zum Ausdruck von Empfindungen:

·      Du spielst aber gut!

·      Die ist aber dick!

·      Die hat sich aber!

·      Aber, meine Herrschaften.

·      Aber, aber (nicht doch!, Was soll das?)

·      Aber ich bitte dich!

 

 

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(8) Paul, H.: Deutsches Wörterbuch. Tübingen: Max Niemeyer, 1992.

aber 2. Ggs. entwickeln, und so dient aber als Konj. Zur Anknüpfung eines Satzes oder Satzteiles an einen anderen, zu dem er in einem Gegensatz oder Widerspruch steht doch vs. aber. In der Mehrzahl der Fälle kann man es unter geringer Modifikation des Sinnes mit doch, jedoch, allein, indessen vertauschen. Von doch unterscheidet es sich aber dadurch, daß es mehr als dieses den Charakter einer Verbindungspartikel hat. Deshalb ist zwar und doch möglich, aber nicht und aber. Deshalb kann ferner doch im regierenden Satz einen Ggs. zum abhängigen ausdrücken (wiewohl ich ihn oft gewarnt habe, ist er doch wieder hingegangen), nicht so aber, deshalb bewirkt ferner aber  keine Veränderung der Wortstellung wie zum Teil doch (vgl. doch kommt er nicht neben doch er kommt nicht, dagegen nur aber er kommt nicht). Verbunden erscheint aber doch. Die vielfältigen Verwendungen von aber können nach den folgenden Hauptgruppen geordnet werden, unter die sich kompliziertere Fälle nicht immer einfach einreihen lassen und zwischen denen mancherlei Übergänge möglich sind. (Behaghel, Synt. 3,53ff; Haul, Dt.Gramm: 3,78ff).   2.1 aber verbindet zwei direkte Gegensätze, vgl.

·      Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt;

·      Fröhlich bin ich abgereist, aber traurig (bin ich) zurückgekehrt.

In diesen Fällen kann a. auch durch dagegen, hingegen ersetzt werden.   2.2 aber wird zur Steigerung verwendet, entweder im komparativischen Satz, vgl.

·      Ich hasse ihn, aber seinen Vater noch mehr

oder im superlativischen, vgl.

·      Ich hasse die Brüder alle, den ältesten aber am meisten; ð [f]

·      Er ist immer vergnügt, am vergnügtesten aber, wenn er gut gespeist hat. ð [f]

2.3 aber dient zur Einschränkung einer Behauptung, vgl.

·      Das ist viel aber nicht genug;

·      Sie ist sonst ganz hübsch,

    hat aber eine etwas langer

   Nase;

·      Ich habe es doch getragen, aber. fragt mich nur nicht, wie He.

Auch Sätze wie

·      jetzt kann ich nicht, aber morgen früh werde ich es versuchen

lassen sich hier einreihen.

Ein Satz kann mit aber abbrechen, indem die Einschränkung, das Bedenken, das bei einer Sache übrigbleibt, nicht ausgesprochen, sondern nur angedeutet wird. Es kommt auch zur Substantivierung von a. (16. Jh.):

·      Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht (Bürger; Trü., Sa.):

·      Ein Aber, und eine so nachdenkliche Pause, Lady – (Le., Sampson 4,8).  

2.4 a. leitet einen Einwand ein, d.h. einen Satz, der mit einem vorher aufgestellten anscheinend nicht zu vereinbaren ist, z.B. A sagt er ist verreist, B antwortet aber ich habe ihn doch heute (vor kurzem) erst gesehen. Häufig hat der Einwand die Form eine Frage, z.B. A sagt er hat es nicht absichtlich getan, B antwortet:

·      Aber warum entschuldigt er sich dann nicht.  

2.5 aber drückt aus das etwas nicht zu dem stimmt, was man erwartet. So zunächst in Fällen wie

·      ich hoffe, ihn zu Hause zu treffen, aber er war ausgegangen.

Ferner wird es angewendet, wo Eigenschaften und Zustände beisammen sind, die gewöhnlich nicht gemeinsam vorkommen

·      Er ist schon alt, aber noch rüstig;

·      in einem ärmlichen, aber  sauberen Anzuge;

·      ich bewundere ihn, aber ich verabscheue ihn;

oder wo solche, die gewöhnlich beisammen sind, nicht zusammen vorkommen: er ist schon alt, aber nicht gebrechlich; [...]; wo eine Folge unterbleibt die man erwarten könnte:

·      Ich habe ihn oft gewarnt, aber er wollte nicht hören;

oder wo eine Folge eintritt ohne das scheinbar die Bedingungen dazu vorhanden waren:

·      niemand hat ihn genannt, aber jeder hat die Anspielung auf ihn bezogen.

In diesen Fällen hat aber auch mit dennoch, trotzdem, demungeachtet, nichtsdestoweniger, gleichwohl vertauscht werden. Im vorderen Satz (oder Satzglied) kann ein ­zwar stehen oder er kann in einen Nebensatz mit obwohl, -gleich usw. umgebildet werden, wonach dann nicht mehr a. stehen kann, sondern nur doch, dennoch, trotzdem, usw.     2.6 Der mit aber eingeleitete Satz gibt einen Umstand an, der dem Eintreten dessen, was im voraufgehenden Satz als eine Möglichkeit hingestellt wird., im Wege steht, vgl.

·      Er könnte längst gesund sein, aber er folgt dem Rat des Arztes nicht;

·      wie gern würde ich ihn begleiten, aber ich bin hier unentbehrlich.   

2.7 a. wird gebraucht, um einen Ausdruck des Widerspruchs einzuleiten, z.B.

·      Aber das weiß ich doch lange;

·      Aber wie kannst du glauben; a. wie siehst du aus.

Man sagt

·      Aber ja, aber nein,

um auszudrücken, das es überflüssig war zu fragen oder zu zweifeln. Man verbindet a. mit einer Anrede, um jemanden darauf aufmerksam zu machen, daß er etwas Befremdendes gesagt oder getan hat: Einstein:

·      Ich bin aufgewacht. Frl. Doktor: Aber, Professor (Dürrenm., Physiker 300).  

2.8 Dem Charakter einer bloßen Verbindungspartikel nähert sich aber, indem es zur Anknüpfung eines Satzes verwendet wird, der nicht mehr in einem gegensätzlichen Verhältnis zum vorhergehenden steht; Es deutet dann nur an, daß etwas anderes, neues kommt. Die Verwendung ist aber wohl nur durch Anschluß an das Griech. und Lat. Entstanden (lat. autem, auch igitur). Lu. macht in der Bibelübersetzung reichlichen Gebrauch davon. Es erscheint einerseits in lehrhaften Auseinandersetzungen, z.B.

·      dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung, aber bringet Hoffnung, Hoffnung aber. läßt nicht zu Schanden werden.

So noch jetzt in Schlußfolgerungen, vgl. ohne Anerkennung gibt es keine Superiorität, Anerkennung aber ist unmöglich bei ungleichem Fassungsvermögen (Foster). Andererseits in der Erzählung, überaus häufig in der Bibel, ferner bei den antikisierenden Epikern, vgl.

·      Herz im Busen erregt er (Voß)

·      jener sprach‘s; ihm aber das ð [f]

·      Also sprach sie und steckte die Ringe nebeneinander, aber der Bräutigam sprach Goe. HuD 9, 297.

Die Abgrenzung von a. und sondern               (­sonder) regelt sich im allg. So, daß sondern nach einem verneinten Satz steht.   2.9 aber „am Anfang einer Rede oder Periode“ deutet, wie frz. ­ apropos, eine „gelegentliche Verknüpfung zweener ganz verschiedener Gegenstände“ an (Ad.), d.h. dient dem Sprecher dazu, ein neues Thema anzuschneiden:

·      Aber sage mir nur, lieber Vetter, was wollte denn eigentlich der Baron von Dir?“ (ETA Hoffmann, Majorat 2, 112)

zur Einleitung eines Widerspruchs oder Einwandes dient v.a. ja aber (­ja):

Ja aber „schnarrte der Hauptmann betroffen; „Ja, aber– sagte die Tante unzufrieden; „Ja abe –„dachten der Apotheker und ich (Aschmidt, Trommler 125).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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(9) Grimm, W. & J.: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. [Band I] München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1854-1984:

ABER, eine uralte Partikel [...] als Adverb für wieder, iterum, rursus, gebraucht luther noch genug:

·       Lief aber zum Brunnen.

·       Und aber über ein kleines.

Auch dauert das alte aber gern bei Wiederholungen:

·       Trotz euch allen und aber trotz.

·       Auch wehe und aber wehe!

Weit häufiger geworden und vielfach verwickelt ist die Anwendung der Konjunktion aber,[...]

·        Er ist arm, aber tugendhaft.

·        Wie der Schnee so weisz, aber kalt wie Eis.

[...] durch ihre unmittelbare Stellung nach dem Wort, worauf ein Gewicht liegen soll, pflegt diese Partikel in der rede höchst wirksam zu sein:

·       Man hat das Gerücht von unsrer Krankheit ausgesprengt, wir sind aber gesund. ð [f]

·       Ihr seid krank, wir aber sind gesund. ð [f] Wir kränkelten, krank aber dürfen wir nicht heiszen. ð [f]

 

 

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(10) Slabý/Grossmann/Illig.: Wörterbuch der spanischen und deutschen Sprache. [Band II]  Barcelona: Herder, 1994.

aber conj pero, <lit> mas, empero //

·      à aber, aber! ¡vaya, vaya!

·      // Nun aber. ahora bien, pues //

·      Oder aber. o si no, excepto que subj // o bien

·      /wohl aber pero sí

·      // Aber dennoch, aber doch sin embargo (de ello), no obstante

·      // Aber gern! ¡con mucho gusto!

·      // Jetzt aber Schluß! ¡con eso basta!

·      // Aber sicher! ¡claro está!, ¡claro que sí! <Am> ¿cómo no?

 

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(11) Klett, E.: Diccionario avanzado Español-Alemán Deutsch-Spanisch. Stuttgart: Ernst Klett, 1997.

aber  I. konj pero, sin embargo.

·      es regnete, aber wir haben uns dennoch amüsiert llovió pero nos divertimos de todas formas.

II (Verstärkungspartikel)bueno, pero;

·      Aber, aber, meine Herren! ¿bueno, bueno, señores!

·      Aber so setzen Sie sich doch! ¡pero siéntese!

·      Das ist aber schön! ¡pero qué bonito!

·      Aber ja! ¡claro que sí!

·      Aber klar! ¡por supuesto!

·      Aber Lothar! ¡Lothar, pero hombre!

(12) Pons-Collins:  Deutsch-English English-Deutsch. Stuttgart: Ernst Klett, 1991.

aber 1 conj (a) but. aber dennoch or trotzdem but still;

·      es regnete, aber dennoch haben wir uns köstlich amüsiert /it was raining, but we still had a great time or but we had a great time though or all the same.

·      Schönes Wetter heute, was? - ja, aber etwas kalt /nice weather, eh? – yes, a bit cold though or yes but it’s a bit cold.

·       ..., aber ich wünschte, sie hätte es mir gesagt. (al)though or but I wished she had told me.

·      Komm doch mit! -- aber ich habe keine Zeit or ich habe aber keine Zeit!

·      Come with us! – but I haven’t got the time!

·      da er aber nicht wußte ... but since he didn’t know ..., since, however, de didn’t know ..., however, since he didn’t know ...;

·      Oder aber. or else.  

(b) (zur Verstärkung)

·      aber ja! Oh, yes!; (sicher) but of course;

·      Aber selbstverständlich or gewiß (doch)! But of course;

·      Aber nein! Oh, no! (selbstverständlich nicht) of course not!;

·      Aber Renate! But Renate!;

·      Aber, aber! now, now!, tut, tut!, come, come!;

·      Aber ich kann nichts dafür! but I can’t help it!;

·      Aber das wollte ich doch gar nicht! but I didn’t want that!;

·      Das ist aber schrecklich! but that’s awful!;

·      Das mach’ ich aber nicht! I will not do that!;

·      Dann ist er aber wütend geworden then he really got mad, (God), did he get mad!;

·      Das ist aber heiß/schön! that’s really hot/nice!;

·      Du hast aber einen schönen Ball you’ve got a nice ball, haven’t you?;

·      Bist du aber braun! aren’t you brown!;

·      Das geht aber zu weit! that’s just or really going too far!;

·      Schreib das noch mal ab, aber sauber! write it out again, and make it tidy! 

(13) Grappin, P.: Grand Dictionnaire Allemand-Français/ Français-Allemand.. Paris: Larousse, 1999.

aber  adv. [nochmals] mais; encore; de nouveau. | aber und abermals, à maintes reprises. | tausend und aber tausend Leute, des milliers (et des milliers) de personnes, de gens.

<> conj. [jedoch] mais; cependant; pourtant. | aber ja!, aber sicher! or. | oder aber, ou bien; autrement. | er will nicht oder aber er kann nicht, il ne veut pas ou (bien) il ne le peut.

 

 

 

 

 

 

(14) Batlle, Ll. i Haensch, G.: Diccionari alemany – català. Barcelona: Enciclopèdia catalana, 1990.

aber (em) però, mes / poet = abermals /

·      Aber nein! Et dic que no!, no, home!, ni parlar-ne!

·      Aber natürlich naturalment!, és clar!, no cal dir-ho!

·      vielleicht aber doch! (dons) potser sí!

·      tausend und aber tausend Dinge milers i milers de coses

Aber und abermals molt sovint, amb freqüència

 

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(15) Kroeber, S. & Spalier, M.: Synonym-Wörterbuch. München: Bertelsmann Lexicon, 1999.

aber: (je)doch, allerdings, indes(sen), da-, wo-, hingegen, demgegenüber, dennoch, trotzdem, gleichwohl, nichtsdestoweniger, allein, freilich sondern, dafür, wiederum, im Gegensatz.

 

(16) Schemann, H.: Deutsche Idiomatik. Die deutschen Redewendungen in Kontext. Stuttgart usw.: Ernst Klett, 1993.

Aber, aber!

Aber, aber Christa, was erlaubst du dir denn da für einen Ton gegenüber deine Mutter? Das hätte ich aber nicht gedacht von dir.

 

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ð—Nach unserer Meinung sollte die betreffende Form in der Tabelle der Modalpartikeln stehen.

ð [f]   —Nach unserer Meinung handelt es sich bei der betreffenden Form um eine Fokuspartikel.

 

 

EINIGE BEMERKUNGEN ÜBER DIE WÖRTERBÜCHER