EINIGE BEMERKUNGEN ÜBER DIE WÖRTERBÜCHER

 

 

 

(1)  KLUGE/SEEBOLD, E: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin usw.: Walter de Gruyter, 1995.

§       Dieses Wörterbuch definiert “Aber” nur als Adverb und Konjunktion.

 

(2)  KÖSTER, R.: Ullstein Lexikon der deutschen Sprache. Berlin usw.: Ullstein, 1969.

§       Beispiel c) steht unter Konjunktion, aber bezieht sich auf verstärkende Funktion der Modalpartikeln. So denken wir, dass diese Form unter den Modalpartikeln sein sollte.

§       Beispiel d) könnte auch unter Modalpa

§       ikel stehen, weil diese  vier Sätze verschiedene kommunikative Funktionen ausdrücken können: Überraschung, leichte Adversativität, Verstärkung oder Einsatz von Kotext-Information.

 

(3)  WAHRIG, G.: Deutsches Wörterbuch. München: Bertelsmann Lexikon, 19886/1993.

§       Mit Wörterbuch von Wahrig sind wir im Prinzip einverstanden, obwohl hier nicht die Wortartbezeichnung „Modalpartikel“ benutzt wurde. Hier benutzt man das Wort „verstärkend“ sehr wichtig, also Wortartunterschiede ‚kaschiert‘ unter Angaben des stilistischen Wertes oder Effects.

§       Komisch ist es, dass im neuen Wahrig 2000 alles gleich ist. Man hat nichts verändert.

 

(4)  KEMPCKE, G.: Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache. [Band I], Berlin: Akademie, 1984.

§       Im Satz unter Beispiel 1.2) funktioniert „aber“ als Fokuspartikel.

§       Unsere Meinung nach sollte Beispiel 4) unter Modalpartikel sein, weil es im Dialog eine Gegenbehauptung einleitet. Das druckt auch eine Überraschung aus.

§       Hier gibt es eine interessante pragmatische Unterscheidung zwischen bloßen Gegensatz (1.) und Gegensatz mit unterschiedlicher argumentativer Orientierung (2.).

 

(5)  KEMPCKE, G.: Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin usw.: Walter de Gruyter, 2000.

§       Wir sind mit Kempckes Wörterbuch total einverstanden. Es hat gute Definitionen beigelegt und auch gute Beispielsätze zusammengestellt.

§       Bei 1.1) in den Sätzen unter, >SYN ‚jedoch‘ funktioniert „aber“ als Fokuspartikel zu sein Bruder und er.    

§       Wir meinen, dass das einen sehr gutes Wörterbuch ist, vor allem für Lerner des Deutschen als Fremdsprache.

 

(6)  GÖTZ, D. et al.: Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin: Langenscheidt, 1995.

§       Im Prinzip sind wir mit Wörterbuch einverstanden, obwohl unserer Meinung nach Punkt (3) unter Modalpartikel sein sollte.

 

(7)  DUDEN: Deutsches Universalwörterbuch. Mannheim, usw.: Dudenverlag, 1989.

§       Im Beispiel 2b) gibt es eine schwache Adversativität und kann auch, nach unserer Meinung, unter Modalpartikel sein, weil es ein Beispielsatz für Märchen ist.

§       Im Beispiel 3) drückt es je nach der Betonung eine Überraschung aus, und steht im erstaunten Ausrufe, wie die Modalpartikel.

§       Im 1a) finden wir noch eine Fokuspartikel im Beispiel:  Er schlief, sie aber wachte.

§       Bei b) ist auch möglich: Verknüpfung von Textteilen, die größer als ein Satz sind oder die nicht nebeneinander stehen.

 

(8)  PAUL, H.: Deutsches Wörterbuch. Tübingen: Max Niemeyer, 1992.

§       „Aber“ ist nur als Konjunktion definiert, aber wir denken, dass die Beispiele 2.5), 2.7), 2.8) und 2.9) unter Modalpartikel sein könnten.

§       Bei Beispiel 2.5) ist „aber“ definiert als: „aber drückt aus, dass etwas nicht zu dem stimmt, was man erwartet“.

§       Beispiel 2.7) könnte auch unter Modalpartikel sein.

§       Im Beispiel 2.8) wird „aber“ als „Steuermittel“ des Diskurses verwendet.

§       Im Beispiel 2.9) steht, dass „aber hier dient dem Sprecher dazu, ein neues Thema zuschneiden“, das könnte auch unter Modalpartikel sein, weil dass zur Gliederung der Kommunikation gehört.

§       Im 2.2) benutzt man „aber“ als Fokuspartikel zu den ältesten, am vergnügtesten, und in 2.3) zu hat.

 

 

(9)  GRIMM, W. & J.: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. [Band I], München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 1854-1984.

§       Hier ist „aber“ nur als Adverb und als Konjunktion definiert, obwohl nach unsere Meinung einige der Beispiele wie: Und aber über ein kleines unter Modalpartikel eingetragen werden. 

§       In diesem Wörterbuch gibt es auch einige Beispiele, die von uns verzeichnet wurden, wo „aber“ als Modalpartikel diskursives Gliederungssignal—hier mit diskurseröffender Funktion—benutzt ist.

 

(10)        SLABÝ/GROSSMANN/ILLIG.: Wörterbuch der spanischen und deutschen Sprache. [Band II], Barcelona: Herder, 1994.

§       „Aber“ ist nur als Konjunktion „pero“ übersetzt, aber einige Beispielsätze die unter Konjunktion stehen, könnten unter Modalpartikel stehen, wie zum Beispiel: aber, aber! oder aber dennoch, aber doch und aber sicher. Diese Beispiele gehorchen kommunikativen-interaktiven Prinzipien der Intention der Sprecher.

 

(11)        KLETT, E.: Diccionario avanzado Español-Alemán Deutsch-Spanisch. Stuttgart: Ernst Klett, 1997.

§       Hier ist „aber“ auf eine verständliche, gut nachvollziehbare Weise als Konjunktion und als Verstärkungspartikel (Modalpartikel) definiert und die Beispielsätze sind gut gewählt.

 

(12)        PONS-COLLINS: Deutsch-Englisch Englisch-Deutsch. Stuttgart: Ernst Klett, 1991.

§       Hier ist „aber“ als Konjunktion und als „zur Verstärkung“definiert. 

§       Hier ist auch was neues zu merken: Die Funktion von englischen question tag im Beispiel: Du hast aber einen schönen Ball / you‘ve got a nice ball, haven‘t you?.

 

(13)        GRAPPIN, P.: Grand Dictionnaire Allemand-Français/Français-Allemand. Paris:Larousse, 1999.

§       Dieses Wörterbuch macht den Unterschied zwischen Adverb und Konjunktion.

 

(14)        BATLLE, Ll & HAENSCH, G.: Diccionari alemany-català. Barcelona: Enciclopèdia catalana, 1990.

§       Hier ist „aber“ komischerweise nicht als Wortart definiert. Es gibt nur zwei Synonyme: però und mès. Die zwei ersten Beispielsätze sollten in der Spalte der Modalpartikel sein, und die drei letzten Beispielsätze sind Beispiele für „aber“ als Adverb. Es ist eine Überraschung, dass die Wortart nicht aufgegeben ist, nach unserer Meinung ist das erforderlich.

 

(15)        KROEBER, S. & SPALIERR, M.: Synonym-Wörterbuch. München: Bertelsmann Lexikon, 1999.

§       Wir haben nur aus Neugier hierin nachgeschlagen, aber hier ist „aber“ auch nicht als Wortart definiert, es gibt nur die Information über Synonyme.

 

(16)        SCHEMANN, H.: Deutsche Idiomatik. Die deutschen Redewendungen in Kontext. Stuttgart usw.: Ernst Klett, 1993.

§       Hier gibt es auch nicht eine Wortart-bestimmung, es gibt nur verschiedene Beispielsätze, die als „Redewendungen im Kontext“, wie das im Titel erscheint, und nach unserer Meinung unter Modalpartikel sein sollten.

 

 

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